Wissenschaftliche Forschung

Im Auftrag der Bundesregierung erarbeitete Expertise zu dieser Problematik
Arbeit mit hochkonflikthaften Trennungs- und Scheidungsfamilien …
www.dji.de/bibs/458_12244_scheidungsfamilien.pdf
dji = Deutsches Jugendinstitut München
Dietrich, P. S., Fichtner, J., Halatcheva, M., Hermann, U. & Sandner, E. (2010). Arbeit mit hochkonflikthaften Trennungs- und Scheidungsfamilien: Eine Handreichung für die Praxis. In Reihe Wissenschaft für alle. München, Halle: Deutsches Jugendinstitut e.V.

Fichtner, J., Dietrich, P. S., Halatcheva, M., Hermann, U. & Sandner, E. (2010). Wissenschaftlicher Abschlussbericht Kinderschutz bei hochstrittiger Elternschaft. In Reihe Wissenschaft für alle. München, Halle: Deutsches Jugendinstitut e.V.

Unfangreiche Studie der Uni Tübingen
www.kimiss.uni-tuebingen.de/

www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/6203/
Parental alienation syndrome – der Verlust des eigenen Kindes durch Trennung und Scheidung : Eine Studie über den Verlauf des Kontaktabbruchs zum …

pub.uni-bielefeld.de/download/2301270/2301273
Katarina Behrend zum Thema Kindliche Kontaktverweigerung nach Trennung der Eltern aus psychologischer Sicht. Entwurf einer Typologie.
Dissertation

Gutachter mit Erfahrungen auf diesem Gebiet
www.loesungsorientierte-arbeit.de/literatur.htm

Gutachten deren Ergebnis nicht aus eigenen Untersuchungen, sonder auf Anweisungen eines Richters zu ihren Schlüssen kommen?

http://www.aerzteblatt.de/archiv/154014/Gerichtsgutachten-Oft-wird-die-Tendenz-vorgegeben

pub.uni-bielefeld.de/publication/2305524
von J Zütphen – ‎2010 (Dissertation)

http://www.ak-cochem.de/

https://www.berlin.de/…/beschleunigtesfamilienverfahren/einsatz_von_berat…

Schaffung eines Gesetzes zum Elternentfremdungssyndrom …
www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/A/A_01805/index.shtml
17.06.2013 – Schaffung eines Gesetzes zum Elternentfremdungssyndrom = Parental Alienation Syndrom (PAS) (1805/A(E)).

www.swr.de/swr2/wissen/leben-nach-trennung

Bayerisches Staatsministerium: Entfremdung (PAS) ist Gewalt!
Christine Haderthauer, Bayerische Staatministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, hat am 09.07.2012 in München den neuen Ärzteleitfaden ihres Ministeriums “Gewalt gegen Kinder und Jugendliche – Erkennen und Handeln” vorgestellt.

Eltern-Kind-Entfremdung (= Parental Alienation Syndrome) wird, erstmalig in Deutschland, als eine Sonderform einer seelischen Misshandlung unter dem Punkt 3.4.2.4. aufgeführt!

Der Leitfaden wurde in Zusammenarbeit mit dem Rechtsmedizinischen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V., der Techniker-Krankenkasse und der Bayerischen Landesärztekammer erstellt.

Ein Vortrag von Herrn Alberstöter auf einer Fachtagung zum Thema “hochstritige Elternschaft”.

2. „Mächtig ist das Gesetz……mächtiger ist die Not“
Der Glaube an die Macht des Gesetzes ist verführerisch und trügerisch.
Goethes Plutus im Faust weiß einerseits um die Macht des Gesetzes und verweist doch darüber hinaus gehend auf Notstände, die die Macht von Gesetzen in den Schatten stellen, wenn er ausruft: „Mächtig ist das Gesetz – mächtiger ist die Not.“ Ich möchte im Hinblick auf hochstrittige Elternkonflikte einige Not-Stände benennen, die sich eben ganz offensichtlich nicht so leicht durch Gesetzes-Macht eindämmen lassen:

2.1. Die Seelen-Not hochstrittiger Eltern
Wenn wir, als Vertreter der Trennungs- und Scheidungsprofessionen Eltern begegnen, die chronisch in einen hochstrittigen Konflikt verstrickt sind, dann kommen wir in Kontakt mit „mächtigen Gefühlen“. Wir treffen auf das Erleben, vom Gegner die kontrolliert, verfolgt, nicht in Ruhe gelassen werden. Wir begegnen dem Gefühl der Ohnmacht gegenüber Verleumdung, Rufmord, Bedrohung und physischer Gewalt. Unbändige Wut und Hass auf den Anderen, der zum Feind geworden ist, weil er schmerzhafte Wunden geschlagen hat, schlägt uns entgegen. Das Bedürfnis nach Vergeltung und Rache an dem, der für die Zerstörung des Entwurfs von einem guten (Familien)Leben allein verantwortlich gemacht wird, wird in destruktiven Aktionen greifbar. Wir spüren die nackte Angst, das Kind an die andere Seite zu verlieren …und schließlich kommen wir in Berührung mit der darunterliegenden menschlichen Grund-Angst, nach einer Trennung allein zu sein.
All diese „mächtigen Gefühle“ sind Teil einer unbändigen Seelen-Not, die jedoch nicht innen bleibt. Sie wirkt als Pression, als riesiger Innendruck, der sich nach Außen entlädt. Die Betreffenden sind in diesem Kampf-Modus nicht mehr bei-sich sondern sie geraten in den Status des Außer-sich-Seins. Im hochstrittigen Konflikt wirken dann ungeheure Energien aufeinander ein, die sich in einer eskalierenden Spirale aus psychischer und physischer Gewalt entladen. Gesellschaftliche Konventionen und gesetzliche Normen erweisen sich dann oft genug nicht mehr als wirkmächtige Schranken, die dem inneren und dann nach außen gerichteten Furor Einhalt gebieten. „….mächtiger ist dann die Not“, die im schlimmsten Fall über alles hinweg geht – auch über gesetzliche Schranken wie z.B. über den §1684 Satz 2: Die Eltern haben alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert.
Diese überbordenden mächtigen Gefühle bilden den emotionalen Untergrund in vielen vor Gericht ausgetragenen Verfahren.
„Das familiengerichtliche Verfahren ist wie keine andere gerichtliche Auseinandersetzung von Gefühlen geprägt. Diese emotionalen Konflikte lassen sich durch kein Gericht aus der Welt schaffen – sie haben aber einen maßgeblichen Einfluss auf den Verlauf des Verfahrens und die Möglichkeiten zu einer gütlichen Einigung.“ (frühere Bundesjustizministerin Zypris)

2.2. Die Not der Kinder im Trennungskonflikt
Die Notlage der Kinder besteht in erster Linie darin, dass sie in einem chronischen Elternkrieg zwischen die Fronten geraten. Im Niemandsland zwischen den verfeindeten Eltern geraten sie nicht selten aus dem Blick ihrer Eltern – aber auch regelmäßig aus dem der beteiligten professionellen Akteure. Die Not der Kinder resultiert aus einem Wahrnehmungsproblem der Erwachsenen. Wer nicht mehr sieht, läuft Gefahr nichts mehr zu empfinden. Der Verlust des Blickes ist gleichbedeutend mit dem Verlust der Fähigkeit, sich in das Kind einzufühlen zu können. Eltern laufen in einem chronischen Konflikt Gefahr, als Mutter und Vater dann nicht mehr ausreichend gut (Winnicott) zu sein, was ihre Empathie-Fähigkeit für die Not der Kinder im Trennungsgeschehen angeht. Diese Fähigkeit, die Bedürfnisse von Kindern „lesen“ und verstehen zu können schwindet rapide mit der zunehmenden Verheerung in einem Elternkrieg.
Und schließlich – wo sich die Energien von Müttern und Vätern in einem fortwährenden Abwehr,- und Angriffskampf verbrauchen, leidet die Erziehungsfähigkeit der Eltern. Der Preis eines elterlichen Offenbarungseids in Sachen Erziehung ist hoch. Die Kinder als schwächstes Glied sind zunächst einmal Opfer des Elternkampfes. Sie werden jedoch mit zunehmendem Alter häufig selbst zu aktiven Mitspielern und Mittätern im Hochkonflikt. Zwei im Hinblick auf die
Erziehung problematische Aspekte der zunehmenden Aktivierung und Involvierung von Kindern im eskalierenden Elternkonflikt seien an dieser Stelle genannt:
Erstens. In eskalierenden Elternkonflikten werden Kinder zu aktiven Bündnisgenossen in der Allianz gegen den anderen Elternteil (gemacht). Bündnisgenossenschaften jedoch haben ihren Preis. Es werden hohe emotionale und materielle „Ablöse-Summen“ von Müttern / Vätern an ihre Kinder gezahlt, damit diese an ihrer Seite stehen bleiben und Front gegen den anderen Elternteil machen. Wer in einer Allianz mit seinem Kind gebunden ist, bekommt Probleme mit dem Erziehen. In der Allianz fällt die macht-volle Generationenschranke, deren Markierung nicht zuletzt im erzieherischen Konfliktfall notwendig ist. Wer im Kampf gegen den verfeindeten Elternteil sein Kind braucht, der kann sich keine Erziehungskonflikte mit ihm leisten.
Zweitens. Kinder in hochstrittigen Konflikten laufen erhöhte Gefahr, das elterliche Machtvakuum zur Durchsetzung ihrer Eigeninteressen nützen. Diese Gefahr nimmt mit zunehmendem Alter der Kinder in starkem Maße zu. Die elterliche Sprachlosigkeit und die im Elternkrieg aufgekündigte Kooperation macht hochstrittige Eltern besonders anfällig, von ihren Kindern ausgespielt zu werden, was die Not der Eltern – diesmal als Erziehungsnotstand – weiter vergrößert.

2 Gedanken zu „Wissenschaftliche Forschung

  1. Mit einer großen Nähe zu den Eltern, in einer liebevollen Eltern-Kind-Bindung über-stehen Kinder auch länger andauernde Stresssituationen ohne – oder mit weniger – bleibenden gesundheitlichen Schäden.
    Andauernder Stress in der frühen Kindheit durch Gewalterlebnisse, physischen oder emotionalen Missbrauch, wirtschaftliche Not, familiäre Spannungen und ähnliches macht Menschen krank – auch noch als Erwachsene. Am schlimmsten und folgenreichsten ist das, wenn die Zuwendung, Liebe und Wärme der Eltern – oder zumindest einer anderen ständig verfügbaren, liebevollen Bezugsperson – fehlen.
    Der Körper versucht in diesen Situationen den Stress durch Anpassungsleistungen vor allem im Gehirn irgendwie auszugleichen und die zum Überleben notwendige psychische und physische Balance (Allostase) aufrecht zu erhalten. Normalerweise kehrt dieses Anpassungssystem in den Normalzustand zurück, sobald der Stress vorbei ist. Bei dauerhaftem Stress aber wird das System überfordert. Das Anpas-sungssystem läuft aus dem Ruder, Psyche und Organe erkranken. Folgen sind häufig ein gestörtes Reaktionssystem im Gehirn (Cholesterol), Herz-Kreislauf-Erkran-kungen oder Stoffwechselstörungen (metabolisches Syndrom).
    Eine Studie mit 750 Teilnehmern hat jetzt beide Effekte nachweisen können: Den langfristig krank machenden Dauerstress in der Kindheit einerseits und die “Puffer-funktion” der Elternliebe in solchen Situationen.
    “Unsere Ergebnisse zeigt, dass es einen Weg gibt, zumindest die Gesundheitsschäden als späte Folge von frühkindlichem Stress, Misshandlungen etc. zu mildern,” so eine der Autorinnen an der Univeristät von Kalifornien, Los Angeles (UCLA), Prof. Judith E. Carroll. “Wenn ein Kind in solchen Situationen liebevoll betreut wird von den Eltern oder einer mütterlichen Person, ist es weit besser geschützt vor den Folgen für die Gesundheit im Erwachsenenalter als die Kinder, die diese liebevolle Zuwendung nicht bekommen.”
    Für die Autorinnen sind ihre Ergebnisse Anlass, auf die dringende Notwendigkeit frühzeitiger Hilfen bei familiären und außerfamiliären Stresssituationen für Kinder.
    Quelle: Science Daily
    Studie: J. E. Carrol et al., Childhood abuse, parental warmth, and adult multisystem biological risk in the Coronary Artery Risk Development in Young Adults study, Pro-ceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), 23. Sept. 2013, online vorab veröffentlicht.

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