PAS ?

Begriffe: PAS (Parental Alienation Syndrom)
Übersetzt mit Eltern – Kind – Entfremdung
Oder: Kinder aus hochkonflikthaften Trennungen und Scheidungen

Was ist das?

Wenn ein Kind einen seiner Eltern nach einer Trennung oder Scheidung nicht mehr sehen möchte und kein nachvollziehbarer Grund angeführt wird. Wenn diese Kinder gefragt werden, warum sie einen der Eltern nicht mehr sehen wollen, bekommt man Aussagen, die wie nachgesprochen erscheinen. Bei älteren Kindern und Jugendlichen stellt man fest, dass sie nur Ausreden vortragen.

Wie kann es dazu kommen?

Die Voraussetzung ist ein nicht aufgearbeiteter Konflikt der Eltern. Wenn die Eltern sich nicht mehr “riechen” können, geraten Kinder zwischen zwei Stühle.
Allerdings reicht es auch, wenn der betreuende Elternteil nicht in der Lage ist, seinen Abneigung gegenüber dem anderen Elternteil, dem Kind zu verheimlichen. Da das Kind völlig schutzlos von den Gefühlen des betreuenden Elternteils eingenommen wird, wird das Kind gezwungen, sich von einem seiner Eltern los zu sagen.

Also wenn der betreuende Elternteil einfach mit dem anderen Elternteil nicht mehr reden will, bleibt dem Kind nur zwei Möglichkeiten. Entweder es rebelliert gegen den betreuenden Elternteil, oder es passt sich an und spricht auch nicht mehr mit dem anderen.

Wie bringt man ein Kind dazu?

Drei Aussagen reichen aus, wenn das Kind die Abneigung zum anderen Elternteil bereits wahrgenommen hat.
1.) “Wir” müssen immer zusammen halten. Und wenn wir nicht
zusammenhalten, wie soll ich das alles den sonst aushalten.
2.) Gut das wir deinen Papa / Mama nicht brauchen.
3.) Du darfst mich nicht im Stich lassen.
Selbst wenn eine Entfremdung nie Absicht des betreuenden Elternteils gewesen ist, wird sie durch, eventuell sogar einfach nur unbedachte Äußerungen, in die Wege geleitet.

Ein weiterer Umstand tut dann sein Übriges. In vielen Fällen bespricht der betreuend Elternteil auch die Post die von Anwälte oder Gerichte geschickt wird, mit dem Kind und fügt (möglicherweise unbedacht) hinzu, dass alles haben wir nur deinem Vater zu verdanken.

Oder es werden Vorwürfe in Gegenwart des Kindes besprochen, dass der Vater kein oder zu wenig Unterhalt zahlt, oder ähnliches. Das sitzt immer ob es wahr ist oder nicht.

Daher ist es auch so schwer nachvollziehbar für Personen die die Zusammenhänge nicht kennen. Das Kind äußert seine Abneigung so deutlich, das jeder von ein nicht manipuliertes Kind ausgeht.
Die Aussage: ich will Papa nicht Wiedersehen, ist ja auch ernst gemeint. Nur der Grund muß an dieser Stelle hinterfragt werden.

Kommt das Kind nicht von selbst wieder, wenn es erwachsener wird?

Eine amerikanische Statistik besagt, dass in rund 40% solcher Fälle, ein Kontakt zeit Lebens nicht wieder hergestellt wird.

Wovon hängt es ab, ob es jemals wieder einen Kontakt geben wird?

Von dem Grad der Parentifiezierung. Der entschiedene Punkt besteht darin, ob sich das Kind für den betreuenden Elternteil verantwortlich fühlt. Wenn ein Kind Gewissensbisse hat, wenn es den betreuenden Elternteil in den Rücken fällt, wird es nie mehr zum Vater / Mutter gehen.

Was hat eine solche Entfremdung für Folgen?
1.) für das Kind
2.) für den betreuenden Elternteil
3.) für den nichtbetreuenden Elternteil

1.) Das Kind:
Diese Erklärungen sind nicht mit kurzen Worten möglich.
Jede Ausgangslage ist eine andere.
Faktoren sind unter anderen, das Alter des Kindes, die Art wie die Eltern mit dem Kind umgehen, sind sie dominant oder neigen sie zu Selbstmitleid? Oder ob das Kind gute Freunde bzw. Geschwister hat, hat der betreuende Elternteil einen neuen Partner oder leben Mutter und Kind alleine, u.s.w..

Der schlimmste Fall ist eine Verantwortungsumkehr zwischen betreuenden Elternteil und Kind. Ein Kind, dass sich verantwortlich fühlt, wenn es Papa/ Mama nicht gut geht, bekommt eine Aufgabe, die kein Kind tragen kann. Nie dürfen Sätze fallen, wie “du musst lieb sein, sonst geht es deiner Mama schlecht”
Ist das Kind feinfühlig, sieht es sich möglicherweise als der/ die Schuldige wenn Mama / Papa krank oder deprimiert ist und fragt sich, was habe ich den falsch gemacht.
Wenn dann noch, die Abneigung dem anderen Elternteil gegenüber, offen gezeigt wird, beginnt sich das Kind schuldig zu fühlen, wenn es zum anderen Elternteil möchte.
Um mit diesem inneren Konflikt umgehen zu können, beginnt ein Kind, sich nur noch negative Erlebnisse mit dem anderen Elternteil in Erinnerung zu rufen und auch allen anderen erzählt es nur noch von negativem.
Da hier der Verstand des Kindes seine Gefühle zu verändern versucht, wird das Kind gefühlsmäßig orientierungslos. Das Kind beginnt, seinen eigenen Gefühlen zu misstrauen.
In dieser Lage können ihn/ ihr auch Gleichaltrige nicht verstehen, er versteht sich ja selbst nicht.
So wird er zum Außenseiter und in aller Regel von den Mitschülern gemobbt.
Wenn dann der betreuende Elternteil seine eigenen Gefühle mit dem Kind teilt und das auch während der Pubertät, kann es dazu führen, dass ein Kind unter solchen Umständen nie eine eigenständige Persönlichkeit entwickelt.
Die “gefühlsmäßige Orientierungslosigkeit” wird, wenn dem Kind nicht früh genug geholfen wird, Folgen für das gesamte Leben haben.
Psychische Störungen, sind bei Personen die so aufgewachsen sind die Regel, nicht die Ausnahme. ______

2.) Welch Folgen hat es für den betreuenden Elternteil, demjenigen der die Entfremdung ausgelöst hat?

Da das Grundübel, in die nicht aufgearbeitete Trennung zu suchen ist, hilft sich diese Person nur vorübergehend.
Das Verhalten des Kindes den anderen Elternteil auch nicht mehr sehen und nicht mehr mit ihm sprechen zu wollen, bittet zwar einen gewissen Trost, aber die Gefühle /der Schmerz die seelischen Verletzungen bleiben.
(Da dieser Umstand dem Kind nicht entgeht, fragt es sich, was soll ich den noch machen. Es macht sich wiederum selbst Vorwürfe die in Verzweiflung enden können.)
Gleichzeitig vergrößert sich die Sorge, dass das Kind die eigene Haltung ändert. Wenn das Kind jetzt doch wieder zu Papa / Mama will, will es vielleicht nicht mehr zu mir. Ein beachtlicher Teil der Kinder die so aufgewachsen sind, reagieren eben auch so.
Diese Ängste werden aber ebensowenig aufgearbeitet wie die Trennung.
Im schlimmsten Fall geht die entfremdende Person auch nicht mehr gern unter Menschen, zumindest meidet sie jeden, der Fragen dazu stellt, oder unangenehme Ratschläge gibt.
Wie ein Knochenbruch der nicht gerichtet und stillgelegt wird, bis er verheilt ist, bekommt auch hier die gefühlsmäßige Wunde keine Gelegenheit, zu verheilen. Es wird bei jeder kleinsten Belastung fürchterliche Schmerzen verursachen.
Die Angst vor Einsamkeit vergrößert sich mit jedem Jahr, in dem das Kind älter und erwachsener wird.
Und wenn keine Veränderungen eintreten, wird das Verhältnis zum Kind wie ein Klammern an dem letzten Menschen, der Verständnis zu haben scheint.

3.) Was für Folgen hat diese Lage für den entfremdeten Elternteil, demjenigen der sein Kind nicht mehr sehen, sprechen kann und darf?

Hier brauche ich nicht auf wissenschaftliche Forschungsergebnisse zurück zu greifen, sondern werde von mir selbst reden.
Zunächst waren es die Vorwürfe die ich mir selbst gemacht habe. Was habe ich falsch gemacht? Wie konnte mir so etwas passieren.
Ohne Hintergrundwissen war ich wütend auf mein Sohn und seine Mutter, immerhin hatten sie alles soweit kommen lassen.
Gefühle wie Wut, Angst und Trauer wechselten sich in kaum vorstellbarer Geschwindigkeit und Intensität ab.
Depressive Verstimmungen inkl. der Frage nach dem Sinn des Lebens gehörten zur “Freizeitbeschäftigung”.
Nur die Arbeit konnte Ablenkung bringen. Da keiner meiner Familienangehörigen, Bekannten und Freunde dieses Problem kannten, kamen nur unbrauchbare Ratschläge. So weit wie möglich sich verkriechen, war der größte Wunsch.
Nun dulde ich dieses Verhalten und diese Gefühle, bei mir selbst, nicht.
Ich stellte mir also täglich die Frage, was kann ich tun.
Mein erster Schritt bestand darin, herauszufinden was hier eigentlich passiert.
Ich lernte den Begriff PAS kennen und studierte systematisch alles was ich darüber finden konnte. 4 Dissertationen 3 Dipl.- Arbeiten und weitere Bachelorarbeiten habe ich gelesen. Die Befürworter und die, die dieses Syndrom ablehnen.
Als ich begann zu verstehen, schaltete ich das Fam. Gericht ein, um eine Änderung der Lage herbeizuführen. Dann musste ich feststellen, dass die Ahnungslosigkeit der beteiligten Professionen dermaßen groß ist, dass es zum Himmel …. Schlimmer noch, alle Beteiligten nahmen sich das Recht heraus, ohne jegliche Fachkenntnis auf diesem Gebiet eine Entscheidung vorzubereiten oder zu treffen. Die besagte Unwissenheit führte also zu einem unvorstellbar grausamen Beschluss. Das lenkt seither meine Wut in ganz neue Bahnen.
Glücklicher Weise lernte ich durch all mein lesen, mein Sohn und seine Mutter verstehen. Ich erkannte, dass nicht Rache das Motiv der Mutter war.
Dieses Verständnisses war erleichternd für mich, da ich mir selbst und ihnen keine Vorwürfe mehr mache.
Geblieben ist der Schmerz, die Trauer und die Wut.
Diese Gefühle sind aber an seinem richtigen Platz.
In den Stunden, nachdem man sich auf den Finger geschlagen hat, ist man sich der Existenz dieses eigenen Fingers bewusster den je, da er ja so entsetzlich schmerzt.
So geht es mir gerade emotional.
Die beschriebenen Gefühle machen mich lebendiger den je.
Ich bin entschlossener gegen diese Situation etwas zu unternehmen, als je zu vor. Vorwürfe mache ich ausschließlich den Verantwortlichen der Justiz mit samt deren Auftragnehmern. Nicht einmal das so oft gescholtene Jugendamt wurde in meinem Fall beteiligt. Die Richter haben ihre Entscheidung ohne auch nur eine Seite der aktuellen wissenschaftlichen Forschung auf diesem Gebiet zu lesen, getroffen.
Diese Situation bringt mich dazu, dieser Webseite, nebst allen Beiträgen auszuarbeiten.
Mein Sohn werde ich nie, nie, und nochmal niemals im Stich lassen. Ich weiß warum du handelst wie du handelst. Ich verstehe dich. Aber gerade weil ich weiß, wie sehr du “verletzt” bist, werde ich nicht aufgeben dir meine Hilfe anzubieten.
Und noch eines verspreche ich dir mein Sohn, wenn du eines Tages zu mir kommen möchtest; du wirst dafür deine Mutter nicht verlieren. Kommst du zu mir, kannst du wieder zwei Eltern haben.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>